Im Juli 1969, als die Augen der Welt auf den Mond gerichtet waren, wurde in einem Londoner Studio die Geschichte eines im All verlorenen Astronauten aufgenommen. David Bowies "Space Oddity" wurde gemeinsam mit der größten Errungenschaft der Menschheit geboren, doch seine Geschichte war alles andere als triumphierend.

Eine Raumfahrt-Kulisse für ein Meisterwerk
Der Keim dieses Songs wurde durch Kubricks Meisterwerk 2001: Odyssee im Weltraum (1968) gelegt. Bowie erinnerte sich: "Ich habe es mehrmals gesehen, es war wirklich eine Offenbarung." Kubricks Vision über das Leere des Alls inspirierte den 22-jährigen Bowie zutiefst. Der Herzschmerz durch die Trennung von Hermione Farthingale verlieh Major Toms Isolation eine sehr persönliche Resonanz.
"Obwohl im Weltraum angesiedelt, handelte dieser Song letztlich von menschlicher Einsamkeit und Entfremdung."— David Bowie
Das BBC-Sendeverbot und die Ironie von Apollo 11
Im Juni 1969 veröffentlichte Philips den Song überstürzt passend zum Apollo-11-Start. Die BBC weigerte sich, ihn zu spielen, da er im Katastrophenfall unangemessen wirken könnte. Als Armstrong die Mondlandung vollzog, verwendete die BBC den Song als Hintergrundmusik — kletterte danach auf Platz 5 der britischen Charts.

Ein abgelehnter Produzent und eine zeitlose Aufnahme
David Bowie bei BBC Top of the Pops 1969; sein Auftritt mit NASA-Weltraumbildern half der Single in den britischen Charts.

Ein Vermächtnis jenseits der Zeit
Nachdem George Martin ablehnte, wies Tony Visconti den Song als "Kuriosität" zurück und übergab das Projekt an Gus Dudgeon. Begeistert vom Demo plante Dudgeon mit Bowie jedes Detail. Der damals unbekannte Rick Wakeman spielte Mellotron; Bowie spielte das Stylophon, das dem Stück eine futuristische Textur verlieh.
1970 gewann er den Ivor Novello Award für den originellsten Song. Major Tom tauchte in späteren Bowie-Werken wieder auf. "Space Oddity" ist mehr als ein Popsong: Es ist eine unsterbliche Meditation über menschliche Einsamkeit und den Drang zu erkunden.